Senior Research Director
Klaus Bergmann
Spezialist für Mittelstandsforschung mit Fokus auf Familienunternehmen, Fachkräfteentwicklung und KMU-Konjunkturanalysen in Deutschland
Mittelstand Insights GmbH
Über Klaus Bergmann
Klaus Bergmann ist Senior Research Director bei Mittelstand Insights GmbH und verfügt über 16 Jahre Erfahrung in der Mittelstandsforschung und Wirtschaftsanalyse. Er studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim mit Schwerpunkt auf Unternehmensorganisation und absolvierte ein Aufbaustudium zum Thema Mittelstandsökonomie an der TU Darmstadt.
In seiner Karriere hat er über 200 empirische Studien zur Beschäftigungsentwicklung, Ausbildungstrends und regionalen Konjunkturtrends im deutschen Mittelstand durchgeführt. Diese Arbeit basiert auf engen Partnerschaften mit dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn sowie dem DIHK. Klaus begann seine Karriere 2008 als Analyst bei der Deutschen Bundesbank, wo er sich mit regionalwirtschaftlichen Analysen und Beschäftigungstrends befasste.
Nach fünf Jahren wechselte er zum Institut für Mittelstandsforschung Bonn, wo er als Senior Researcher an grundlegenden Studien zur Beschäftigungskontribution von Familienunternehmen mitarbeitete. Dort verfasste er mehrere Kapitel zum KMU-Sektor in renommierten Wirtschaftsberichten. Seine Spezialisierung auf die Interpretation von KMU-Konjunkturumfragen und Fachkräftemangel-Indikatoren macht ihn zu einem gefragten Experten bei Wirtschaftsverbänden und Medien.
Seit 2019 leitet er die Forschungsabteilung bei Mittelstand Insights GmbH, wo er datengestützte Analysen zu Sektorverteilung, Ausbildungstrends und regionalen Wirtschaftsbarometern erstellt. Sein Ansatz verbindet quantitative Ökonometrie mit qualitativen Interviews von Mittelständlern aus Handwerk, Industrie und Dienstleistungen, um authentische Einblicke in die Mittelstandslandschaft zu gewähren.
Fachgebiete und Schwerpunkte
Jahrelange Spezialisierung auf Kernfragen der Mittelstandsforschung
Familienunternehmen
Analyse der Struktur, Beschäftigungskontribution und Bedeutung von Familienunternehmen für die deutsche Wirtschaft. Klaus hat über 50 Studien zur Familienbetriebssukzession und Generationswechsel durchgeführt.
Fachkräfteentwicklung
Tracking von Ausbildungstrends, Fachkräftemangel-Indikatoren und Beschäftigungsentwicklung im Mittelstand. Regelmäßige Publikationen zu Lehrlingsmarkt und Qualifikationstrends in Handwerk und Industrie.
Konjunkturumfragen
Interpretation und Analyse von KMU-Konjunkturumfragen als regionale Wirtschaftsbarometer. Klaus nutzt diese Daten zur Prognose von Beschäftigungstrends und Investitionszyklen im Mittelstand.
Sektorverteilung
Detaillierte Analysen der Sektorverteilung im deutschen Mittelstand — Handwerk, Fertigung, Dienstleistungen und Handel. Vergleichende Studien zu Beschäftigung, Wertschöpfung und regionalen Besonderheiten.
Regionale Analysen
Vergleichende Forschung zu Mittelstandsstrukturen in verschiedenen Bundesländern und Wirtschaftsregionen. Besondere Expertise in East-West-Vergleichen und strukturwandelbedingten Umbruchprozessen.
Publikationen
Autor von über 40 Fachartikeln in Wirtschaftszeitschriften und Mitautor von 8 Büchern zum Mittelstand. Regelmäßige Beiträge zu Mittelstand und Wirtschaftspolitik in akademischen und praxisorientierten Publikationen.
Im Gespräch mit Klaus Bergmann
Einblicke in Forschung, Mittelstand und Wirtschaftstrends
Wie sind Sie zur Mittelstandsforschung gekommen?
Das war eigentlich eine logische Entwicklung. Mein Studium an der Universität Mannheim konzentrierte sich auf Unternehmensorganisation, und ich war schnell fasziniert von der Frage, wie kleinere und mittlere Unternehmen funktionieren. Sie machen die Wirtschaft aus — über 99 Prozent aller Betriebe sind KMU. Die Arbeit bei der Bundesbank gab mir Zugang zu Daten und Methoden. Aber erst beim IfM Bonn konnte ich mich wirklich vertiefen. Dort lernte ich, dass echte Mittelstandsforschung nicht nur Statistiken braucht, sondern auch persönliche Gespräche mit Unternehmern vor Ort.
Was ist das Besondere am deutschen Mittelstand?
Der deutsche Mittelstand ist weltweit einzigartig — und das ist kein Marketing-Spruch. Wir sprechen vom Konzept der Mittelstandsökonomie, die durch drei Merkmale geprägt ist: Familienbesitz, langfristige Perspektive und tiefe technische Expertise. Das unterscheidet sich fundamental von Börsenkonzernen, die unter Druck stehen, Quartalsgewinne zu zeigen. Familienunternehmen denken in Generationen. Ein Handwerksbetrieb, der seit 60 Jahren existiert, hat andere Prioritäten als ein Konzern. Das macht sie resilient, aber auch verletzlich gegenüber schnellen Veränderungen — etwa beim Fachkräftemangel.
Der Fachkräftemangel — wie dramatisch ist die Situation wirklich?
Es ist ernst, aber differenziert. In manchen Branchen — Elektrotechnik, Sanitär-Heizung-Klima, Pflege — können Betriebe nicht genug Fachkräfte finden. Das blockiert Wachstum. Andererseits gibt es Regionen und Sektoren, wo die Situation entspannter ist. Was ich beobachte: Der Fachkräftemangel ist weniger ein Problem der absoluten Zahlen als vielmehr ein Problem der Qualifikation und regionalen Verteilung. Junge Menschen wollen in Städten leben, nicht auf dem Land. Und viele sehen Handwerk als weniger attraktiv als Büroberufe. Das ist ein Mentalitätsproblem, das sich nicht kurzfristig löst.
Wie nutzen Sie Konjunkturumfragen bei Ihrer Arbeit?
KMU-Konjunkturumfragen sind wie ein Seismograph für die Wirtschaft. Die Fragen sind simpel: Wie ist die Geschäftslage? Wie werden die nächsten Monate? Willst du expandieren oder abbauen? Aber wenn du monatlich oder quartalsweise die gleichen Unternehmen befragst, entstehen Muster. Ich analysiere nicht nur die Gesamttrends, sondern auch Unterschiede zwischen Regionen, Sektoren und Betriebsgrößen. Vor zwei Jahren zeigten die Umfragen schon Spannungen bei den Energiekosten, lange bevor die Krise öffentlich wurde. Das ist die Stärke dieser Daten — sie sind ein Frühindikator.
Was unterscheidet Ihre Forschung bei Mittelstand Insights von akademischer Arbeit?
Beide haben ihren Platz. Akademische Arbeit ist rigoros, peer-reviewed, zeitlos. Aber sie kann langsam sein. Bei Mittelstand Insights können wir schneller reagieren. Wenn ein Trend auftaucht, können wir innerhalb von Wochen eine Analyse veröffentlichen. Und wir sprechen mit Praktikern — Unternehmern, Verbandsfunktionären, Bankern. Das gibt uns Zugang zu Informationen, die nicht in Statistiken auftauchen. Ein Handwerksmeister erzählt dir Dinge über seinen Betrieb, die er einem Statistiker nie sagen würde. Diese qualitative Dimension ist entscheidend für echte Erkenntnisse.
Welcher Trend beschäftigt Sie derzeit am meisten?
Die Generationenfrage bei Familienunternehmen. Wir sehen, dass viele Gründer der 1960er und 1970er Jahre jetzt in den Ruhestand gehen. Die Nachfolge ist geregelt — oder auch nicht. Das ist ein enormes Thema. Gleichzeitig erleben wir Druck durch Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Ein kleiner Maschinenbauer muss plötzlich in neue Technologie investieren und gleichzeitig ESG-Standards erfüllen. Das ist anspruchsvoll für Familienunternehmen mit begrenztem Kapital. Ich beobachte, dass manche innovativ reagieren, andere bleiben stecken. Das wird die nächste Strukturwelle im Mittelstand prägen.
Qualifikationen und Laufbahn
Ausbildung
- Diplom Betriebswirtschaftslehre Universität Mannheim, Schwerpunkt Unternehmensorganisation
- Aufbaustudium Mittelstandsökonomie Technische Universität Darmstadt
- Zertifikat Empirische Wirtschaftsforschung Institut für Mittelstandsforschung Bonn
Berufliche Positionen
- Senior Research Director Mittelstand Insights GmbH, seit 2019
- Senior Researcher Institut für Mittelstandsforschung Bonn, 2013–2019
- Analyst Regionalwirtschaft Deutsche Bundesbank, 2008–2013
Publikationen (Auswahl)
- Familienunternehmen in Deutschland: Struktur und Bedeutung 2023, Mittelstand Insights
- Fachkräftemangel und Ausbildung im Mittelstand 2022, Mittelstand Insights
- Sektorverteilung: Handwerk, Fertigung und Dienstleistungen 2021, Mittelstand Insights
- KMU Konjunkturumfrage: Was die Daten über die Wirtschaft aussagen 2023, Mittelstand Insights
Partnerschaften und Netzwerke
- Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn Enger Austausch zu Forschungsprojekten und Datenanalysen
- DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) Kooperation bei Konjunkturumfragen und Trendanalysen
- Handwerkskammern und Fachverbände Regelmäßige Zusammenarbeit zu Sektor- und Regionalstudien
Forschungsansatz und Philosophie
Wie Klaus Bergmann Mittelstandsforschung versteht
Quantität und Qualität kombinieren
Klaus nutzt statistische Methoden und ökonometrische Modelle — aber nicht isoliert. Jede Zahl wird durch Interviews mit echten Unternehmern validiert. Das ist aufwändiger, aber es führt zu realistischeren Ergebnissen. Ein Handwerksbetrieb kann dir in fünf Minuten Gespräch mehr über Fachkräftemangel erzählen als hundert Datenpunkte.
Authentische Perspektiven bevorzugen
Klaus arbeitet direkt mit Mittelständlern, nicht durch Vermittler oder Verbände. Das ermöglicht ungefiltertere Aussagen. Er besucht Betriebe vor Ort, sieht die Werkstatt, spricht mit Meistern und Lehrlingen. Diese Authentizität macht seine Analysen glaubwürdig und praxisorientiert.
Regionale Unterschiede erkennen
Deutschland ist nicht homogen. Ein Handwerksbetrieb in München hat andere Probleme als einer in ländlichen Regionen. Klaus analysiert systematisch regionale Unterschiede — in Beschäftigung, Sektorverteilung und Konjunkturstimmung. Das vermeidet falsche Verallgemeinerungen.
Langfristige Trends im Blick
Kurzfristige Konjunkturschwankungen sind wichtig, aber Strukturtrends noch mehr. Klaus verfolgt Jahrzehnte von Daten, um echte Verschiebungen zu erkennen. Der Fachkräftemangel ist nicht neu — aber er wird struktureller und drängender. Das zu verstehen braucht historische Perspektive.
Aktuelle Artikel und Analysen
Forschungsarbeiten von Klaus Bergmann
Familienunternehmen in Deutschland: Struktur und Bedeutung
März 2026
Analyse der Rolle von Familienunternehmen in der deutschen Wirtschaft — ihre Beitrag zur Beschäftigung, ihre Besonderheiten und Herausforderungen bei der Generationensukzession.
Fachkräftemangel und Ausbildung im Mittelstand
März 2026
Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen des deutschen Mittelstands. Diese Studie untersucht Ursachen, regionale Unterschiede und mögliche Lösungsansätze.
Sektorverteilung: Handwerk, Fertigung und Dienstleistungen
März 2026
Ein Überblick über die Sektorverteilung im deutschen Mittelstand — von klassischen Handwerksbetrieben über Fertigung bis zu modernen Dienstleistungen.
KMU Konjunkturumfrage: Was die Daten über die Wirtschaft aussagen
März 2026
KMU-Konjunkturumfragen sind ein Seismograph der Wirtschaft. Wie man diese Daten liest und was sie über Trends und Risiken verraten.
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